AIDS-Beratung
 
 
AIDS-Beratung im DGSS-Institut
Gerresheimer Straße 20
40211 Düsseldorf
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AIDS

AIDS
... was tun?

Ansteckungsrisiken
Schutzmöglichkeiten
Beratung und Test

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Wer sind wir?

Die "AIDS-Beratung im DGSS-Institut" wurde im Jahre 1983 als Arbeitskreis der DGSS gegründet (also noch vor den spätereren "AIDS-Hilfen"). Zusammen mit dem Klinischen Sexologen Rolf Gindorf wurde sie von Dr. med. Jean-Pierre Fallise (vormals Institut Pasteur, Paris), Dr. med. Bernhard Egger, MA und Medizinaldirektor Dr. med. Arno Pfülb aufgebaut. Ihr gehörten in der Folge weitere Mediziner, Psychologen und Soziologen an. Durch eigene Forschungen, Publikationen und vor allem durch intensive, fachlich kompetente und menschlich einfühlsame Beratung wurde sie bald bekannt. Sie entwickelte 1984 die bundesweit ersten AIDS-Faltblätter ("AIDS - was tun?"), die u. a. auch das Bundesgesundheitsamt in Berlin (jetzt: Robert Koch-Institut) für seine Arbeit von uns bezog.

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Was ist AIDS?

Das 'erworbene Immundefektsyndrom' AIDS ist eine inzwischen fast weltweit auftretende Erkrankung des körpereigenen Immunsystems, die zu dessen völligem Zusammenbruch führen kann. Trotz fieberhafter Forschungen und einiger hoffnungsvoller Behandlungsansätze ist die Krankheit z.Z. nicht heilbar. Sie ist aber mit "Kombinations-Therapien" behandelbar. Wenn sie voll ausgebrochen ist ('Vollbild-AIDS'), verläuft sie bislang unbehandelt meist tödlich. Aber auch wenn AIDS (noch?) nicht heilbar ist, so ist der Verlauf sehr wohl therapeutisch beeinflussbar. Darum ist eine möglichst frühe Diagnose wichtig.

Zwischen einer Ansteckung (von der man meistens gar nichts merkt) und einer tatsächlichen Erkrankung liegt eine in der Regel symptomfreie Zeit ungewisser und unterschiedlicher Länge. Sie kann Jahre und vielleicht sogar Jahrzehnte dauern. Aufgrund der erwähnten Behandlungs- (nicht Heilungs-!) Möglichkeiten kann eine frühe Kenntnis unseres Serostatus (d.h., ob wir angesteckt sind oder nicht) lebensverbessernde und lebensverlängernde Wirkung haben.

Entgegen früheren Hoffnungen müssen wir heute davon ausgehen, dass wohl alle Menschen, die sich auf irgendeine Weise mit dem AIDS-Virus angesteckt haben, früher oder später auch tatsächlich an AIDS erkranken werden. Wichtig ist: Auch wer nur angesteckt und noch nicht erkrankt ist, kann schon andere anstecken!

AIDS geht nicht nur bestimmte 'Risikogruppen' an, wie intravenöse Drogenbenutzer ('Fixer'), Prostituierte oder Männer mit Sexualkontakten zu vielen Männern (also 'promiske' Homo- und Bisexuelle, nicht etwa alle Schwulen). Statt des Begriffs 'Risikogruppen', der uns leicht in falscher Sicherheit wiegt, müssen wir vielmehr die konkreten 'Risikosituationen' ins Auge fassen. Denn:

AIDS geht uns alle an!

Und nur wir selbst können uns sicher schützen.

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Ansteckung

AIDS findet man nicht zufällig auf der Straße, AIDS muss man sich holen. Das aber kann man durch richtiges Verhalten vermeiden. AIDS wird durch ein Virus übertragen, das in mehreren Varianten vorkommt und weltweit HIV genannt wird (Abkürzung für engl. 'Human Immuno-deficiency Virus'). AIDS ist keine bei den normalen sozialen Kontakten leicht übertragbare Krankheit wie etwa die Grippe oder viele andere Infektionskrankheiten. Darum ist der alltägliche Umgang (Sprechen, die Hand geben, Umarmen, die gleiche Toilette benutzen usw.) mit AIDS-Virus-Infizierten und selbst AIDS-Kranken auch ungefährlich. Eine Ansteckung ist nur unter ganz speziellen Umständen möglich. Es gibt darum keinen vernünftigen Grund zu Angst und Misstrauen im alltäglichen Umgang mit HIV-infizierten oder AIDS-erkrankten Menschen.

Zwar kann grundsätzlich jeder Mensch - jede Frau, jeder Mann, jedes Kind - angesteckt werden. Aber dies geschieht nur dann, wenn das AIDS-auslösende Virus HIV direkt in die Blutbahn eines anderen Menschen gerät. Nach erfolgter Ansteckung ist das HIV zwar nicht nur im Blut, sondern auch in anderen Körperflüssigkeiten vorhanden, aber in infektiöser Konzentration offenbar nur im Blut, im männlichen Samen und im weiblichen Scheidensekret.

Die Ansteckung erfolgt in der Regel über sogenannte "Schleimhautkontakte". Schleimhäute haben wir überall dort, wo wir sexuell besonders erregbar sind: an den eigentlichen "Geschlechtsteilen" (bei Fauen: Scheide und Kitzler, bei Männern: Eichel und Penisschaft ohne Vorhaut bzw. Vorhaut-Innenseite), im Mund und im Anus (Darmausgang). Daher kommt es (außer beim gemeinsamen Gebrauch von Spritzbesteck bei 'Fixern') vor allem bei ungeschützten Sexualkontakten (also ohne Kondom) zur Ansteckung, wenn das Virus über die genannten Flüssigkeiten aus einem bereits HIV-infizierten Körper aus- und in einen anderen eintritt. Eintrittspforten sind dabei die beim Sex sehr häufig auftretenden winzigen 'Verletzungen' (Mikroläsionen) der empfindlichen Schleimhaut, von denen man in der Regel überhaupt nichts sieht oder spürt.

Riskant sind also alle drei "Haupt-Verkehrsarten", nach HIV-Ansteckungsgefahr:
- Anal-Verkehr (Penis in Anus, gleich ob bei Frau oder Mann)
- Vaginal-Verkehr (Penis in Scheide)
- Oral-Verkehr (Penis in Mund oder Mund/Zunge in Scheide/am Kitzler)

Das Infektionsrisiko ist dabei unterschiedlich hoch - am höchsten beim Analverkehr, am niedrigsten beim Oral-Verkehr. Beim Oralverkehr (Blasen, Lecken) sind leider oft falsche Informationen verbreitet, etwa dass Oralverkehr dann ganz ungefährlich sei, wenn keine Ejakulation in den Mund erfolge, also nicht abgespritzt werde (irreführender Slogan der AIDS-Hilfen: "Vor dem Abspritzen rausziehen!"). Aber auch ohne Abspritzen kann eine Ansteckung erfolgen, nämlich über Blut. Daher ist auch diese angeblich "sichere" Art des Sexualkontakts nachgewiesenermassen unsicher!

Das Infektionsrisiko hängt also vor allem von der Art des (ungeschützten) Sexualkontakts ab. Es steigt mit der Anzahl der (ungeschützten) Sexualpartner. Zum Anfang



Daher: Schutz beim Sex!

Vor der Ansteckung mit einem Schnupfen kann man sich praktisch nicht schützen. Vor einer Ansteckung mit AIDS aber sehr wohl. Man muss nur wissen, wie - und sich immer daran halten. Das fällt oft schwer, aber es ist sehr wohl möglich. Grundsätzlich gilt:

Sexualität: ja!
Aber zur eigenen Sicherheit:

  • entweder nur mit PartnerInnen, bei denen ich genau weiß, dass keine HIV-Infektion vorliegt: etwa weil sie bislang noch gar keinen Geschlechtsverkehr hatten, oder weil sie samt PartnerInnen seit dem ersten Auftreten des HIV bei uns um 1980 streng monogam lebten, oder weil (gegebenenfalls wiederholt) zuvor gemeinsam ein HIV-Antikörpertest mit negativem Ergebnis gemacht wurde und seither kein 'unsicherer' Kontakt stattfand. Unter diesen Voraussetzungen kann man ohne Einschränkungen sexuell verkehren;
  • oder nur unter Beachtung der Sicherheitsregeln des 'safer sex', die eine Ansteckung verhindern: man darf keine Körperflüssigkeiten austauschen und ungeschützt nur solche sexuellen Praktiken ausüben, bei denen Verletzungen auch kleinster Art nicht auftreten. Sicherheits-Grundregel: Man muss sich selbst und den Partner durch Kondome schützen! Daher:

Gummi-Schutz vor Ansteckung!

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Benutz Kondome
Gib AIDS keine Chance

Test

Wer wissen will, ob er/sie sich vielleicht angesteckt hat, oder wer sich seelisch entlasten will durch den zu erwartenden Nachweis, nicht angesteckt zu sein, kann sich einem besonderen Bluttest unterziehen: einem HIV-Antikörper-Test (oft fälschlich "AIDS-Test" genannt). Damit werden Antikörper (bzw. deren Fehlen) nachgewiesen, die sich als Reaktion auf die Ansteckung mit dem AIDS-Virus bilden. Es stehen mehrere standardisierte Verfahren zur Verfügung: zunächst ein ein Standard-Suchtest und dann, bei 'positiven' bzw. unsicheren ("Grauzonen"-)Ergebnissen, ein Western Blot als Bestätigungstest.

Es werden von verschiedenen Firmen zwar auch "direkte" oder "Schnelltests" angeboten, doch scheinen die in ihrer Aussagekraft nicht hinreichend sicher zu sein.

Ein 'negatives' Ergebnis heißt, dass keine Antikörper gefunden wurden. Somit liegt höchstwahrscheinlich auch keine Ansteckung vor. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass nach der Ansteckung ein gewisser Zeitraum (meist drei Monate) verstreichen muss, bis sich nachweisbare Antikörper gebildet haben. Etwaige ungeschützte Sexualkontakte in diesem Drei-Monats-Zeitraum unmittelbar vor dem Test werden also nicht sicher erfasst und erfordern gegebenenfalls einen weiteren Test.

Ein 'positives' Testergebnis besagt dagegen, dass Antikörper gefunden wurden, dass also - vorbehaltlich eines dann erforderlichen Bestätigungstests - eine HIV-Infektion statt gefunden hat. Es heißt aber nicht, dass man bereits an AIDS erkrankt ist. Manchmal kann man nicht sicher bestimmen, ob ein Testergebnis negativ oder positiv ist ('Grauzonen-Titer'). Sicherheitshalber muss dann dieses Ergebnis wie ein 'positives' behandelt und mit einem Zusatztest bestätigt oder widerlegt werden.

Wegen der weitreichenden Konsequenzen sollte der Test grundsätzlich nur in Verbindung mit einer kompetenten, ausführlichen, auch menschlich einfühlsamen Beratung und in jedem Fall streng anonym durchgeführt werden, auch wenn dabei auf die Benutzung eines Krankenscheins bzw. auf die Abrechnung über eine private Kasse verzichtet werden müsste. Die örtlichen Gesundheitsämter führen diese Tests anomym und kostenlos durch (mit ELISA- und gegebenenfalls zusätzlicher WESTER BLOT-Testung).

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Falls ich 'positiv' bin, dann...

  • bin ich noch nicht zwangsläufig AIDS-krank. Niemand weiß, wann und in welcher Weise ich tatsächlich erkranken werde. Aber ich muss damit rechnen, dass dies irgend wann geschieht. Dazu brauche ich die Solidarität meiner Mitmenschen;
  • weiß ich, dass ich jetzt auch andere Menschen anstecken kann. Dazu brauchen die anderen meine Solidarität;
  • unterstütze ich meinen Körper in seinem Abwehrkampf gegen das AIDS-Virus und verbessere dadurch meine Chancen: durch eine gesunde Lebensweise; ausreichende und ausgewogene Ernährung; keine Drogen (auch kein Poppers!), wenig Alkohol und Zigaretten; keine Bräunungsstudios;
  • praktiziere ich nur 'safer sex' oder informiere meine(n) Intimpartner über meine HIV-Infektion. Wenn mein Partner Bescheid weiß, kann er entscheiden, was er tun will: z.B. Kondome benutzen bzw. 'safer sex' praktizieren;
  • gebe ich, wenn ich Fixer bin, auf keinen Fall mein Besteck an andere weiter;
  • lasse ich von meinem Arzt bzw. in einer (Universitäts-) Klinik in regelmäßigen Abständen den Zustand meines Immunsystems kontrollieren. Etwaige Veränderungen können durch spezielle Untersuchungen festgestellt werden. Es können heute schon sehr früh Therapien (vor allem Kombinationstherapien) eingesetzt werden. Zum Anfang



Deutsche Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS)
(German Society for Social Scientific Sexuality Research)
Gerresheimer Straße 20 • D-40211 Düsseldorf
Telefon (0211) 35 45 91
sexualforschung@sexologie.org
www.sexologie.org


PRÄSIDIUM • GOVERNING BOARD:
Prof. Dr. Ernest Borneman† • Rolf Gindorf (Ehrenpräsidenten • Honorary Presidents)
Prof. (US) Dr. Jakob Pastötter (Präsident • President) • Prof. Dr. Karla Etschenberg (Vizepräsidentin • Vice President)
Wolfgang Gindorf (Sekretär • Secretary)
KURATORIUM • INTERNATIONAL ADVISORY BOARD:
Prof. John De Cecco, PhD (San Francisco) • Prof. John Gagnon, PhD (New York) • Prof. William Granzig, PhD (Winter Park)
Prof. Dr. Igor S. Kon (Moskau)
• Prof. Dalin Liu (Schanghai) • Prof. John Money, PhD (Baltimore) †
Prof. Man Lun Ng, MD (Hongkong) • Prof. Martin S. Weinberg, PhD (Bloomington)
INTERNATIONALE MITGLIEDSCHAFTEN • INTERNATIONAL AFFILIATIONS:
European Federation of Sexology (EFS) • World Association for Sexual Health (WAS)
DGSS-INSTITUT FÜR LEBENS- UND SEXUALBERATUNG • DGSS SEXUAL COUNSELING INSTITUTE:
Leitung • Head: Prof. (US) Dr. Jakob Pastötter


Gründer • Founder 1971 + Webmaster: Rolf Gindorf; Webmaster since 2008 Jakob Pastoetter


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